Ariadna-Projekt "Equality of opportunity and the regions of Europe"
Im Rahmen eines EU-Projektes haben die GewerkschafterInnen aus den verschiedenen Ländern die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt länderübergreifend erfasst. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Frauen in allen europäischen Regionen strukturell benachteiligt sind:
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Teilzeitarbeit ist in allen Regionen eine Frauendomäne (Deutschland lag 2008 im Ländervergleich an der Spitze: fast jede zweite Frau (45 %) arbeitet in Teilzeit (Männer 8,9%). Am anderen Ende der Skala liegt Polen. Dort arbeitet dagegen nur etwa jede achte Frau (12,1%) in Teilzeit (Männer 5,5%).
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Frauen sind in den unteren Beschäftigungsgruppen überproportional stark vertreten und in leitenden Positionen unterrepräsentiert
- Frauen erhalten in allen Ländern weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen (in Deutschland ist die Differenz mit 23% im Durchschnitt am größten, am niedrigsten ist der Unterschied in Italien mit 4,4%)
- Frauen tragen in allen Ländern die Lasten der Vereinbarkeitsarbeit von Familie und Beruf. Und viel häufiger als Männer arbeiten sie unbezahlt.
- Alle europäischen KollegInnen befürchten, dass sich aufgrund der Krise die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt noch weiter verschlechtern wird.
Best- practice-Beispiele aus Betrieben gaben Anregungen, wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die gesetzlichen Regelungen zur Gleichstellung von Frauen in die Praxis umgesetzt werden können.
Gleichzeitig wurde gefordert von Politik, Wirtschaft und den eigenen Gewerkschaften, die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.
Es wurden eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, wie Gewerkschaften vor Ort den Status von Frauen innerhalb der eigenen Organisation steigern sollen:
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Die Präsenz von Frauen auf den unterschiedlichen Organisationsebenen überprüfen
- Bei der Stellenbesetzung von leitenden Gewerkschaftsfunktionen insbesondere Frauen berücksichtigen und fördern
- Spezielle Frauenprogramme zur Erhöhung des Anteils weiblicher Gewerkschaftsmitglieder anbieten
- Geschlechtspezifische Kriterien bei den Tarifverhandlungen berücksichtigen
- Auf gleiche Redezeit für Frauen und Männer achten, um die Gewerkschaftsmitglieder zu sensibilisieren
- An den zukünftigen Treffen der Partnerregionen sollen genauso viele Kolleginnen wie Kollegen teilnehmen (quotierte Zusammensetzung)
Isolde Ludwig (DGB-Bildungswerk-Hessen)

